Vera-Dammann-Preis 2024 – Preisträger ausgezeichnet

Vera Dammann Preis 2024 – Auszeichnung für hervorragende wissenschaftliche Arbeiten

Der Fachverband Biomedizinische Technik e.V würdigt mit dem Vera-Dammann-Preis bereits zum fünften Mal besonders gelungene wissenschaftliche Abschlussarbeiten aus dem Bereich der Medizintechnik im Krankenhaus. Ziel des Preises ist es, engagierte Nachwuchskräfte zu fördern, innovative Ideen sichtbar zu machen und Entwicklungen zu unterstützen, die den klinischen Alltag nachhaltig verbessern können.
Die diesjährigen Preisträger wurden im November bei der Fachtagung Medizintechnik des fbmt in Leipzig geehrt. Aus zahlreichen Einsendungen wählte die Jury drei Arbeiten aus, die mit ihren Ergebnissen sowohl wissenschaftlich als auch praxisorientiert überzeugten.

Erster Preis: Marie Oesten

Marie Oesten von der Friedrich Alexander Universität Erlangen Nürnberg erhält den ersten Preis für ihre Masterarbeit zur Untersuchung von Pulswellen und Herztönen mit radarbasierter Sensorik. Radarverfahren ermöglichen eine berührungsfreie Messung mechanischer Herzsignale und eröffnen damit neue Perspektiven für künftige medizinische Diagnosesysteme.
In einer Studie mit zweiundzwanzig gesunden Teilnehmenden wurden Signale an mehreren arteriellen Messstellen aufgenommen und analysiert. Während sich die Pulswellen aufgrund von Abweichungen nicht vollständig auswerten ließen, zeigten die Untersuchungen der Herztöne deutliche regionale Unterschiede im Körper. Die Ergebnisse liefern wertvolle Hinweise darauf, dass radargestützte Systeme künftig einen wichtigen Beitrag zur nicht invasiven Beurteilung der kardiovaskulären Gesundheit leisten könnten.
Marie Oesten betonte, wie sehr sie sich über die Auszeichnung freut und dass sie die Anerkennung motiviert, ihre Forschungsarbeit weiterhin mit Begeisterung fortzusetzen.

Zweiter Preis: Lena Koch

Den zweiten Preis erhält Lena Koch von der Universität Stuttgart für die Entwicklung eines Antriebsstrangs für ein Schulterexoskelett. Ihre Masterarbeit widmet sich Menschen mit traumatischer Plexuslähmung, die häufig unter einer weitreichenden Lähmung des Schulter und Arm Apparates leiden.
Im Rahmen der Arbeit entstand ein funktionaler Prototyp, der eine stufenlose Anhebung des Arms unterstützt. Das System wurde erfolgreich erprobt und als sicher, intuitiv bedienbar und alltagstauglich bewertet. Besonders hervorzuheben ist die physiologische und flüssige Bewegungsunterstützung, die das Exoskelett ermöglicht.
Lena Koch zeigte sich sehr erfreut über die Würdigung ihrer intensiven Entwicklungsarbeit und sieht die Auszeichnung als Ansporn, weiter an innovativen Lösungen zu arbeiten, die die Lebensqualität von Betroffenen verbessern können.

Dritter Preis: Fabian Wolf

Der dritte Preis geht an Fabian Wolf, der seine Bachelorarbeit an den Universitäten Stuttgart und Tübingen verfasst hat. Er untersuchte im Rahmen des Projekts SustainMed das Produktportfolio der BG Klinik Tübingen im Hinblick auf die Nachhaltigkeit von Medizinprodukten.
Da der Gesundheitssektor für einen erheblichen Anteil der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich ist, rücken nachhaltige Lösungen in Krankenhäusern zunehmend in den Fokus. Die Analyse ergab, dass bestimmte Verbrauchsmaterialien wie Falthandtücher, Untersuchungshandschuhe und Kopierpapier besonders ressourcenintensiv sind. Zugleich zeigte die Arbeit auf, dass gezielte Schulungen sowie optimierte Verpackungseinheiten deutliche Einsparpotenziale bieten.
Fabian Wolf betonte, dass ihn die Auszeichnung sehr freue und dass seine Arbeit zeigen könne, wie wissenschaftliche Analysen konkret dazu beitragen, Ressourcen zu schonen und Umweltbelastungen zu reduzieren.

Ausschreibung des Vera Dammann Preises 2025

Auch im kommenden Jahr vergibt der fbmt den Vera Dammann Preis, um den wissenschaftlichen Nachwuchs in der Medizintechnik zu unterstützen. Der Preis erinnert an das umfassende Engagement von Vera Dammann, die sich bis zu ihrem Tod im Jahr zweitausenddreizehn intensiv für die Ausbildung von Studierenden, die Organisation fachlicher Veranstaltungen und den nachhaltigen Fortschritt in der Medizintechnik eingesetzt hat. Ihre Ideen und ihr Wirken haben die Entwicklung des Fachgebiets maßgeblich geprägt.

Teilnahmeberechtigt sind Studierende der Medizintechnik, die im Zeitraum vom ersten Januar bis zum 31. Dezember 2025 eine wissenschaftliche Arbeit abschliessen. Die Arbeiten sollen einen klaren Bezug zur Medizintechnik im Krankenhaus aufweisen. Dazu zählen unter anderem die Planung und Bewertung von Geräteparks, die Optimierung klinischer Abläufe, Lösungen für aktuelle technische Herausforderungen im Krankenhausalltag, Fragen der Bauplanung in der Medizintechnik sowie Themen an der Schnittstelle zwischen Medizintechnik und Informatik.
Wichtig sind ein erkennbarer Praxisbezug, Innovationskraft und eine wirtschaftliche Perspektive. Kooperationen mit Unternehmen sind ausdrücklich erwünscht, da sie die spätere Umsetzung der Ergebnisse in den klinischen Alltag erleichtern können.

Der Abgabetermin für die Einreichung der Arbeiten ist der erste Januar 2026.

Die Jury

Die Bewertung erfolgt durch eine Fachjury mit ausgewiesener Expertise in Wissenschaft, Klinik und Verbandsarbeit:

  • Dubravka Maljevic, Vizepräsidentin des fbmt

  • Prof Dr Iwan Schie, University of Applied Sciences Jena

  • Prof Dr med Sylvia Thun, Universitätsprofessorin für Digitale Medizin und Interoperabilität an der Charite Universitätsmedizin Berlin

  • Prof Dr med Axel Ekkernkamp, BG Klinikum Unfallkrankenhaus Berlin gGmbH

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